Artikel vom 13.12.02
Netflix Inc. - Der DVD-Express

Der DVD-Markt gehört seit den letzten 2 Jahren mit zu den stärksten Wachstumsmärkten weltweit. In den USA hat sich die kleine Silberscheibe mit einem Marktanteil von über 50% bereits erfolgreich gegenüber der Videokassette durchgesetzt. Warren Liebfarb, Präsident von Warner Home Video brachte es auf den Punkt "Die Disk ist das erfolgreichste Unterhaltungsprodukt in der Geschichte". Heute verfügen bereits mehr als 30Millionen US-Haushalte über einen DVD-Player - Tendenz weiter stark steigend. Der Trend geht immer mehr in Richtung Home-Cinema - Kino zu Hause erleben. Die technischen Vorraussetzungen (Großbildfernsehgeräte, Dolby-Surround Anlagen, DVD-Player) werden immer preiswerter und damit für den Konsumenten immer attraktiver. Ein positiver Nebeneffekt dieser Entwicklung, ist die Wiederbelebung des Verleihgeschäftes. Zwar hat hier die traditionelle Videokassette immer noch einen Umsatzanteil von knapp 90%, jedoch geht der Trend auch in den Videotheken immer mehr zu Gunsten der kleinen Silberscheibe. Aktuellen Schätzungen zufolge, wird die DVD in den nächsten 2-4 Jahren die Videokassette auch in den Videotheken abgelöst haben.

Das 1997 gegründete Unternehmen Netflix Inc. (NASDAQ: NFLX) aus Los Gatos / Kalifornien hat diesen Trend rechtzeitig erkannt und startete 1998 als erster, den virtuellen DVD-Verleih und arbeitete sich dabei in den letzten Jahren zum unangefochtenen Marktführer empor. Unter www.netflix.com schufen die Kalifornier Ihre eigene virtuelle Videothek - nur ein paar Clicks vom Kunden entfernt und 24Stunden am Tag erreichbar. Jetzt könnte man denken, da Netflix ein Unternehmen aus der New Economy ist, werden die ausgewählten Filme im Internetzeitalter, nach dem neuesten technischen Stand, per Streaming, durch das Cyberspace zum Kunden versandt - doch weit gefehlt. Die bei Netflix ausgewählten DVD´s gelangen immer noch über den traditionellen Post-Weg innerhalb von 2-3Tagen zum Kunden.

Schnell. einfach , günstig, online - Netflix rollt den mit seinem
Businessmodell den DVD-Verleihmarkt neu auf
Der Grund liegt zum einen in der noch mangelnden Breitband-Infrastruktur und zum anderen an den zur Zeit noch extrem hohen Kosten von 10-20USD für eine Streaming- Übertragung. Der Versand mit der guten alten Post kostet dagegen gerade mal 37Cent/Lieferung.

Am Anfang setze Netflix auf das typische Gebührenmodell, pro Film /Tag - doch der Erfolg war nur mäßig und nach 2 Jahren stellte man sein Geschäftsmodell radikal um. "Gib dem Kunden die größt mögliche Entscheidungsfreiheit und der Erfolg ist dein" - nach diesem Motto führte das Unternehmen ein bis dato in der Branche untypisches Gebührenmodell ein. Für einen Monatsbeitrag von 19,95 USD (der Preis einer Kauf-DVD) können sich Netflix Kunden so viele DVD´s ausleihen wie sie wollen. Einzigste Bedingung, es dürfen nur max. 3 DVD´s auf einmal ausgeliehen werden. Das Prinzip ist relativ einfach - zuerst erfolgt die Registrierung auf der Netflix-Seite - anschließend wählt man aus einem Archiv von über 12.000 DVD´s seine Filme aus. Netflix versendet anschließend die ersten 3 ausgewählten DVD´s incl. einem frankierten Rückumschlag dem Kunden zu. So bald der Kunde eine DVD an Netflix zurücksendet, geht die nächste von ihm ausgewählte DVD an ihn raus. Und da bei Netflix der Kunde König ist, fallen auch nicht die sonst typischen Gebühren an, sollte man einmal vergessen seine ausgeliehenen DVD´s innerhalb des bezahlten Zeitraumes zurückzusenden.

Ein weiterer Service bei Netflix ist das inzwischen sehr beliebte Ciematch-Feature. Der Besucher der Netflix-Site hat zunächst die Möglichkeit eine unbegrenzte Anzahl an DVD´s zu bewerten. Diese Bewertungen werden mit Hilfe einer speziellen Software analysiert und mit den Bewertungen anderer Abonnenten verglichen. Mit Hilfe dieser Analysefunktion schlägt die Software dem Kunden beim nächsten Besuch auf der Netflix-Seite automatisch neue DVD´s vor. Die sich daraus ergebenden persönlichen Empfehlungen sind überraschend genau und führen daher sehr oft zum Verleih.Inzwischen nutzen bereits mehr als 800.000 Amerikaner diesen praktischen Verleihservice - und täglich kommen Tausende neue Kunden hinzu. Nach eigenen Angaben, versendet das Unternehmen bereits über 200.000 DVD´s täglich, an seine Abonnenten.

Um dieser stark wachsenden Nachfrage gerecht zu werden und die DVD´s innerhalb von 2-3Tagen landesweit zu versenden, unterhält Netflix inzwischen 11 Distributionscenter (San Jose, Atlanta, Denver, Detroit, Houston, Los Angeles, Minneapolis, New York, Seattle, Washington DC und in Gaithersburg) die den Versand und die Rücknahme steuern. Bis Ende 2003 sollen weitere 14 dieser Center eröffnet werden und damit 90% aller US-Haushalten eine schnelle und zuverlässige Belieferung zu ermöglichen. Die Kosten für die Distributionscenter liegen nach Angaben von Netflix bei ca. 60.000USD / Center.
Mit Neflix können sie die atuellesten Filme auf DVD zu Hause genießen

Am 29. Mai 2002 wagte Netflix zu einem recht ungünstigen Zeitpunkt den Gang an die Börse und gab 5,5Mio. Aktien zu 15USD aus. Diese IPO spülte dem Unternehmen 82,5Mio. USD in die leeren Kassen und gibt Netflix die Möglichkeit seine aggressive Expansion fortzuführen. Immerhin liegen die durchschnittlichen Kosten für die Neugewinnung eines Abonnenten bei 32USD. Mit mehr als 25Mio. USD in den ersten 9Monaten sind die Marketingaufwendungen der größte Kostenfaktor im Businessmodell von Netflix. Den cleversten Marketing-Schachzug konnte das Unternehmen Anfang des Jahres mit Amerikas größter Elektronikmarktkette BestBuy abschließen. BestBuy legt in jedem DVD-Player von JVC, Panasonic und Philips ein Anzeigeblatt über Netflix bei und verschafft mit jedem verkauften DVD-Player einen neuen potenziellen Kunden für die virtuelle Videothek von Netflix. Der enorme Marketingaufwand zahlt sich jedoch aus und beschert dem Unternehmen Wachstumsraten von denen andere Internetfirmen nur noch träumen. In den ersten 9Monaten dieses Jahres steigerte Netflix seine Umsätze um mehr als 100% auf 107Mio. USD im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Letzte Woche erhöhte das Management zudem seine Prognosen für das laufende 4.Quartal 02 auf 43-46Mio.USD Zum Ende des Jahres rechnet man bei Netflix, nicht zuletzt wegen der starken Verkäufe bei DVD-Playern, mit über 870.000 Abonnenten in den USA.

 
| News |
 
         
     
   
© copyright by www.nasdaq-stocks.de
   
2000-2010
Watch the NASDAQ Stock´s - .. Aktien - Empfehlungen und Nachrichten von der US-Technologiebörse
Aber auch finanziell scheint sich das Verleih-Modell von Netflix aufzugehen. So erzielte das Unternehmen bereits im 3.Quartal 02 einen EBITDA- Überschuss von 6,3Mio. USD. Der Nettoverlust nach GAAP-Basis konnte gleichzeitig um 70% auf 1,7Mio. USD (0,08/Aktie), im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, reduziert werden. Nach aktuellen Schätzungen wird das Unternehmen im 2.Quartal 2003 profitabel arbeiten und einen ersten Nettogewinn ausweisen. Mit einem aktuellen Cash-Polster von über 57Mio. USD ist Netflix finanziell bestens abgesichert und damit in der Lage seine Marktführerschaft weiter aggressiv auszubauen.

Fazit: Der Markt für Kauf- und Miet DVD´s und Videos ist mit einem Volumen von mehr als 23Mrd. USD bereits heute gigantisch. und wird Dank der DVD auch in Zukunft weiter stark wachsen. Vor allem das DVD-on-Demand Geschäft, in dem Netflix tätig ist, steckt mit einem aktuellen Marktanteil von 10% noch in den Kinder-schuhen. Experten gehen jedoch davon aus, das sich in den nächsten Jahren die DVD auch im Verleihgeschäft gegenüber der Videokassette durchsetzen wird. Netflix hat sich bereits heute einen guten Namen bei den US-Konsumenten aufgebaut und wird auch in Zukunft vom Wachstum in diesem Markt überproportional profitieren. "Sobald das Netz soweit ist, werden wir unsere Filme auch über den elektronischen Weg anbieten" gab CEO Reed Hastings bereits einen Ausblick über die weitere Entwicklung beim DVD-on-Demand. Die Aktie von Netflix konnte sich seit dem Tief von 5USD im Oktober wieder kräftig erholen und notiert aktuell (Schlusskurs 13.12.02) bei 12,50USD. Wir empfehlen risikobereiten Anlegern bei Kursen von 10USD klar zum Kauf und gehen angesichts des weiter wachsenden DVD-Marktes davon aus, das Netflix wie geplant, ab dem 2.Quartal 03 erste Gewinne ausweisen wird und sehen ein 12-Monatskursziel von 15-18USD.
Chart
Kennzahlen
Börse:
NASDAQ
US-Kürzel:
NFLX
WKN:
552484
Aktienanzahl:
54,3Mio.
Gewinn & Verlust je Aktie
2008:
1,38
2009:
2,05
2010:*
2,71
2011:*
3,20
*Schätzung
Kursziel: 115USD
Nachrichten
21.07.10 Netflix kann im 2.Quartal 2010 seinen Umsatz im Vergleich zum VJ um +27% auf 519,8Mio. USD steigern. Gleichzeitig kletterte der GAAP-Nettogewinn um +34% auf 43,5Mio. USD (0,80/Aktie) und lag damit 9Cent/Aktie über den Analystenschätzungen. Die Zahl der Abonnenten stieg zum Ende des Quartals auf knapp 15Mio. Für das laufende Geschäftsjahr 2010 erhöhte das Management seine Umsatz- (2,14-2,16Mrd.USD) und Gewinnprognose ($2,58-2,86/Aktie) nochmals deutlich an.

21.04.10 Netflix kann im 1.Quartal 10 seinen Umsatz im Vergleich zum VJ um +25% auf 493,7Mio. USD steigern. Gleichzeitig kletterte der GAAP-Nettogewinn um +44% auf 32,3Mio. USD (0,59/Aktie) und lag damit 5Cent/Aktie über den Analystenschätzungen.

27.01.10 Netflix steigert im 4.Quartal 2009 seinen Umsatz im Vergleich zum VJ um +24% auf 444,5Mio. USD. Gleichzeitig kletterte der Nettogewinn auf GAAP-Basis um +36% auf 30,9Mio. USD (0,56/Aktie) und lag damit 11Cent/Aktie über den Analystenschätzungen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009 steht damit ein Umsatz von 1,67Mrd. USD (+22% VJ), sowie ein GAAP-Nettogewinn in Höhe von 115,8Mio. USD (2,05/Aktie) in den Büchern.

13.01.10 Netflix hat mit dem japanischen Videospielkonzern Nintendo ein Videostreamingabkommen für Nintendos erfolgreiche Videospielkonsole Wii abgeschlossen. Für einen zusätzlichen Betrag von $8,99 können sich Netflix Kunden in Zukunft Filme und TV-Serien auf die Wii streamen um Sie am TV anzusehen. Damit deckt Netflix mit seinem Streamingservice den Amerikanischen Videospielmarkt ab, da man in der Vergangenheit bereits mit Sony (PS3) und Microsoft (XBOX 360) ähnliche Abkommen unterzeichnet hat.

26.10.09 Netflix hat ein Kooperationsabkommen mit Sony für die Playstation 3 abgeschlossen. So können ab November PS3 Besitzer per Stream für $8,99/Monat neben TV-Serien auch auf das DVD und BlueRay Angebot von Netflix zugreifen. Neben Sonys Playstation 3 hatte Netflix bereits vor 1Jahr einen ähnlichen Deal mit Microsoft für die XBOX 360 abgeschlossen.

22.10.09 Netflix kann im 3.Quartal 09 seinen Umsatz im Vergleich zum VJ um +24% auf 423,1Mio. USD steigern. Gleichzeitig kletterte der GAAP-Nettogewinn um +47% auf 30,1Mio. USD (0,52/Aktie) und lag damit 6Cent/Aktie über den Analystenschätzungen.

06.08.09 Der Vorstand von Netflix hat ein neues Aktienrückkaufprogramm beschlossen. So will das Unternehmen bis Ende 2010 eigene Aktien im Wert von 300Mio. USD zurückkaufen

23.07.09 Netflix steigert im 2.Quartal 09 seinen Umsatz im Vergleich zum VJ um +21% auf 408,5Mio. USD. Gleichzeitig konnte der GAAP-Nettogewinn um +22% auf 32,4Mio. USD (0,54/Aktie) zulegen.

24.04.09 Netflix steigert im 1.Quartal 09 seinen Umsatz im Vergleich zum VJ um +21% auf 394,1Mio. USD. Gleichzeitig kletterte der GAAP-Nettogewinn um +68% auf 22,4Mio. USD (0,37/Aktie) und lag damit deutlich über den Analystenschätzungen.

26.01.09 Netflix steigert im 4.Quartal 08 seinen Umsatz im Vergleich zum VJ um +19% auf 359,6Mio. USD. Gleichzeitig kletterte der Nettogewinn auf GAAP-Basis um +45% auf 22,7Mio. USD ($0,38/Aktie) und lag damit 4Cent/Aktie über den Analystenschätzungen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 08 ergibt sich somit ein Umsatz von 1,36Mrd. USD sowie einen Nettogewinn in Höhe von 83Mio. USD (1,32/Aktie).

14.07.08 Netflix hat mit dem Softwaregiganten Microsoft ein Vertriebsankommen für Videoinhalte abgeschlossen. In Zukunft können Besitzer der Microsoft Spielkonsole XBOX 360 über den XBOX Live Marktplatz mehr als 10.000 Film Titel aus dem Netflix Programm sich auf das heimische TV-Gerät streamen. Vorraussetzung für diesen Dienst ist jedoch zum einem eine XBOX Live Goldmitgliedschaft, sowie ein Abonnement bei Netflix.

20.05.08 Netflix gehen in die Online-Streaming Offensive und erweitern sein Online-Streaming Angebot. Ab sofort können Netflix Abonnenten mit Hilfe des 99USD teuren Netflix-Player, der zusammen mit dem Streamingspezialisten Roku Inc. entwickelt wurde, sich über 10.000 Filme und TV-Serien direkt auf ihr Fernsehgerät streamen lassen. Bisher war dieser Streaming-Service nur über einen PC möglich was deutliche Komforteinbußen zu Folge hatte. Mit einem eigenen HDMI- Anschluss ist das Gerät bereits bestens für zukünftige High Definition Übertragungen gerüstet.

23.01.08 Netflix kann im 4.Quartal 07 seinen Umsatz im Vergleich zum VJ um +9% auf 302,4Mio. USD steigern. Gleichzeitig kletterte der GAAP- Nettogewinn um +6% auf 15,8Mio. USD (0,24/Aktie) und lag damit 10Cent/Aktie über den Analystenschätzungen. Die Anzahl der Abonnenten stieg zum Ende des Jahres auf über 7,5Millionen Nutzer. Damit schließt das Unternehmen das Geschäftsjahr 2007 mit einem Umsatz von 1,2Mrd. USD (+20%) sowie einem GAAP-Nettogewinn in Höhe von 66Mio. USD (0,97/Aktie) überraschend deutlich über dem Vorjahr ab.

24.01.07 Netflix kann im letzten Quartal des GJ 2006 seinen Umsatz um +44% auf 277,2Mio. USD steigern. Gleichzeitig musste das Unternehmen zwar einen Gewinneinbruch auf 14,9Mio. USD ($0,21/Aktie) hinnehmen, konnte aber dennoch die Analystenschätzungen von 14Cent/Aktie deutlich schlagen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2006 ergibt sich damit ein Rekordumsatz von 996,7Mio. USD sowie ein GAAP- Nettogewinn in Höhe von 49,1Mio. USD (0,71/Aktie).
 
Web nasdaq-stocks.de
Buch-Tipp

Die Rattenfänger der Wall Street
(Gebundene Ausgabe)
von Benjamin M. Col

Aus den kritischen Beobachtern des Aktienmarktes sind Rattenfänger geworden, die - unterstützt von Fernsehen, Internet und Printmedien - verführerische Flötenklänge anstimmen, um die Anleger zu manipulieren. Benjamin Mark Cole deckt die Interessenkonflikte der Aktienexperten auf, die objektive Empfehlungen unmöglich machen, nennt zahlreiche prominente Namen aus der Analystenszene und beschreibt die Hintergründe der Skandale, die durch die Presse gingen. Das Nachwort von Bernd Niquet nimmt Bezug auf die deutsche Situation und stellt die derzeitige Diskussion um den so genannten Analystenkodex und die Neuregelung der Finanzmärkte dar.
>>>

Der Verlag über das Buch: Ausgezeichnet mit dem Wirtschaftsbuchpreis 2001 der Financial Times Deutschland und der get abstract AG in der Kategorie "Finanzbuch International".